Die Sanierung

Mit der Bekanntgabe der neuesten Messergebnisse ist die Sanierung der ehemaligen Bahnschwellenwerks Kirchseeon wieder ein bisschen weiter in die Ferne gerückt. "Schuld" daran sind neue Erkenntnisse über die Ausbreitung des Giftes und der Bodenbeschaffenheit. Weitere Messungen werden nötig sein, um das Schadensbild genau zu definieren und daraus geeignete Sanierungsmassnahmen abzuleiten.

Im Dezember 2001 sollte die vertraglich vereinbarte Bekanntgabe der Ergebnisse der aktuellen Messungen über Art und Umfang der Grundwasserschäden, die durch das ehemalige Bahnschwellenwerk entstanden sind, erfolgen.

Das Ingenierubüro Geo-Data, das von der Deutsche Bahn AG/Bundeseisenbahnvermögensverwaltung (BEV) mit der Durchführung und fachlichen Bewertung der Messungen beauftragt wurde, hätte danach etwa zwei Monate (also bis Februar 2002) Zeit gehabt, um dem Landratsamt einen Vorschlag zu unterbreiten, mit welchen eine Sanierung zu erreichen wäre. Einen zusätzlichen Zeitbedarf von neun Monaten beansprucht Geo-Data für das neue Untersuchungspaket. Ob eventuell für bereits abgegrenzte Schadensbereiche (Giftfahne in Richtung Ebersberg) schon vorab ein Sanierungskonzept vorgelegt werden kann, wird derzeit geprüft.

Diese Sanierung, zu der das BEV per Gerichtsurteil und durch den Vertrag vom Februar 2000 verpflichtet ist, dient allerdings lediglich der Abwehr der Gefahren, die von den Giften im Grundwasser ausgehen. Keinesfalls ist hier eine Sanierung zu erwarten, die eine spätere Nutzung des Geländes zulassen würde. Nach der Erfüllung der bisherigen Vereinbarungen ist das Gelände noch nicht einmal in einem Zustand, der ein gefahrloses Betreten zuließe!

Ziel der bisherigen Sanierungsvereinbarungen ist, dass das Grundwasser, welches das Gelände in nördliche Richtung verläßt, den sogenannten "Stufe1"-Wert erreicht. Dieser Wert liegt für Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bei 0,1 y/l, d. h. nur geringfügige Verunreinigungen darf das Wasser beim Verlassen des Geländes aufweisen. Innerhalb des Geländes sind Werte der Stufe 2 (1 y/l, also das 10-fache) zulässig. Grundwasserwerte der Stufe 2 bedeuten erhebliche Verschmutzungen, die durchaus einen Grund zur Besorgnis darstellen. An einigen Messstellen auf dem Gelände des Bahnschwellenwerkes können derzeit PAK-Werte von 20.000 y/l nachgewiesen werden.

Die BEV kann ihre vertragliche Pflicht erfüllen, indem sie im Bereich der festgestellten Schadensschwerpunkte das Eindringen und Ausbreiten der Gifte im Boden verhindert. Eine mögliche Maßnahmen wäre das Abtragen des Bodens zur Dekontaminierung oder Entsorgung. Wo dies aufgrund der erreichten Tiefe nicht machbar ist, wird die Ausbreitung eventuell durch "Einspunden" (Deckellösung) verhindert. Das Grundwasser kann durch Aktivkohlefilter gepumpt und so gereinigt werden (voraussichtliche Dauer mindestens 50 Jahre!). Da dies ohne eine partielle Sanierung des Bodens nicht möglich sein wird, muss auch stellenweise das Gift aus dem Boden entfernt werden. Das Gift komplett zu beseitigen ist jedoch nicht das eigentliche Ziel des bisherigen Vertrages.

Um eine schnelle und qualitativ hochwertigere Sanierung zu erreichen, die eine Wohnbebauung zuliesse, schlägt Peter Dück von der Sanierungsfirma ADIS AG vor, nach den notwendigen Erdabtragungen das Gelände "in einen permanenten Grundwasser-Hochstand" zu versetzen. Das Gift würde schneller aus dem Boden herausgespült werden und könnte beseitigt werden. Für sein Sanierungsverfahren geht Dück von einem Zeitraum von 3 bis 3 1/2 Jahren aus. Die Erschließung des Geländes aus westlicher Richtung könnte nach seiner Meinung begleitend erfolgen.


letztes Update dieser Seite am 12.12.2001 vom Webmaster