Aktuelle Untersuchungen

In einem Gutachten von 1995 wurden auf dem Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerkes fünf Schadensherde festgestellt. Seither wurden ständig weiter reichende Messungen durchgeführt und - nicht zuletzt aufgrund des im Februar 2000 geschlossenen Vertrages - zusätzliche Messstellen eingerichtet.

Ende November 2001 wurden die Ergebnisse der Messungen vorgelegt, die von Geo-Data (einem unabhängigen Ingenieurbüro) aufgrund des Vertrages zwischen Landratsamt Ebersberg und des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) durchgeführt wurden. Eigentlich sollten die Ergebnisse die Basis für ein Sanierungskonzept des Schwellenwerks-Geländes sein. Tatsächlich wurden zahlreiche Voruntersuchungen bestätigt, jedoch auch neue Erkenntnisse bezüglich Bodenbeschaffenheit und Vergiftung gewonnen. Das Fazit des Berichts war: Die Erkenntnisse reichen nicht aus! Weitere Untersuchungen sind notwendig.

1. Bereich der Nördlichen Imprägnieranlage

Die einstige nördliche Imprägnieranlage befand sich im heutigen Ortskern von Kirchseeon. Das Gift, dass bei der Imprägnierung der Bahnschwellen verwendet wurde, befindet sich noch immer im Boden und wurde bereits in 34 Meter Tiefe im Grundwasser nachgewiesen.

Heute befindet sich der Bereich im Privatbesitz mehrerer Grundstückseigentümer. Die Grundstücke sind durch Bebauung, Straßen, Teerflächen etc. versiegelt. Nur wenig Regenwasser kann in den Boden eindringen und weitere Schadstoffe aus dem Boden heraus waschen.

Die Ende November 2001 von der BEV präsentierten Ergebnisse enthielten für diesen Bereich erschreckende Neuigkeiten: ein Teeröl-Batzen von einem Meter Dicke wurde im Grundwasser bei der Messstelle 5.1 in der Ortsmitte (Fritz-Litzlfelder-Strasse, hinter der Eisdiele/Metzgerei Holzapfel) entdeckt. Hinsichtlich Ausdehnung und Inhalt müssen noch weitere Untersuchungen gemacht werden.

Da auch über die "räumliche Verfrachtung aus dem Schadenszentrum" - also die Menge an PAK, die mit jedem Regen von hier aus in nördliche Richtung zum Ebersberger Forst hin wandern - noch keine ausreichenden Erkenntnisse bestehen, wird jetzt eine zusätzliche Grundwassermeßstelle installiert.

2. Kyananlage

Auf dem heutigen "IVECO-Gelände" stand östlichen Bereich die Kyananlage. Diese Anlage ist heute restlos verschwunden. Das Gift, das sie hinterlassen hat, ist jedoch immernoch im Boden. Bis in einer Tiefe von 15 Metern wird es im Boden vermutet. Neben PAK befinden sich in diesem Bereich auch Schwermetalle, insbesondere Quecksilber, im Boden.

3. Südliche Imprägnieranlage

Etwa in der Mitte des "IVECO-Geländes" befand sich die Südliche Imprägnieranlage. Von ihr sind heute noch Gebäudereste zu sehen. In diesem Bereich ist der Vergiftungsgrad des Bodens sehr hoch.

Bodenprofil (Schnitt)

Neue Erkenntnisse über diesen Untersuchungsbereich brachte der Bericht vom November 2001 hinsichtlich der geologischen Gegebenheiten. Auf dem schwer wasserdurchlässigen tertiären Sediment (Ton-/Schluffschicht), auf der sich das Grundwasser etwa 40 m unter der Bodenoberfläche befindet, wurde eine "hydraulische Barriere" entdeckt. Er ist eine Art "Bergkette" im Boden, die für das Grundwasser als "Wasserscheide" fungiert und aus der drei verschiedene Fließrichtungen des Grundwassers reultieren. Neben dem bisher bekannten Grundwasserabstrom nach Norden wurde ein weiterer Abstrom in östliche und in westliche Richtung festgestellt. Zusätzliche Messungen über die Verbreitung der PAK - besonders im westlichen Abstrom - sind jetzt eingeleitet worden.

4. "Aufplattung"

Die "Aufplattung" ist zwischen der Südlichen Imprägnieranlage und den Bahngleisen gelegen. In diesem Bereich sind die PAK und außerdem Schwermetalle inzwischen fünf bis sechs Meter tief in den Boden gespült worden.

Die Untersuchungen vom November 2001 bestätigten in diesem Punkt die vorangegangen Messungen. Durch Abtragen des Bodens könnte dieser Bereich saniert werden.

5. Weiterer Schadenschwerpunkt

Im Westen des Geländes hat man noch einen weiteren Schadensschwerpunkt entdeckt, dessen Herkunft jedoch ungeklärt ist. Teeröle wurden bis in vier Meter Tiefe nachgewiesen. Es ist jedoch nicht bekannt, wodurch diese Verunreinigung entstanden ist.

Das Gutachten vom November 2001 liefert hierüber keine Informationen.

6. Diffuse Verunreinigungen auf dem ganzen Gelände

Durch Verschleppungen, Verwehungen, Erdbewegungen, etc. sind auf dem gesamten Gelände diffuse Verunreinigungen zu vermuten. Um diese zu beseitigen, müsste der Boden generell zwischen 20 cm und 100 cm abgetragen werden.


letztes Update dieser Seite am 12.12.2001 vom Webmaster