Ehemaliges Bahnschwellenwerk in Kirchseeon

Pressekonferenz am Donnerstag, den 28.11.2002, 19.00 Uhr Rathaus Kirchseeon

1. Das Bundeseisenbahnvermögen hat die ergänzenden Detailuntersuchungen im Zusammenhang mit dem ehemaligen Bahnschwellenwerk in Kirchseeon abgeschlossen. Der Bericht bezieht sich auf den Pfad Boden-Grundwasser und ist den Fachbehörden sowie dem Landratsamt Ebersber zur Prüfung und Billigung vorgelegt worden. Ziel des erweiterten und im Dezember 2001 vereinbarten Untersuchungsprogramms war es , die Datengrundlage zu verbessern und bestehende offene Fragen im Hinblick auf den zu erstellenden Sanierungsplan zu klären.

2. Die Arbeiten sind vom Ingenieurbüro GEO-data GmbH ausgeführt worden. Der Bericht ist fristgerecht zum 01.09.2002 vorgelegt worden. Im einzelnen geht es mit ihm darum, mögliche Schadstoffausträge über den Grundwasserpfad in Richtung Norden und Westen zu erfassen, die hydraulischen Verhältnisse lokaler belasteter Schichtwasserkörper zu ermitteln und eine vertikale Abgrenzung von Schadstoffbefunden im oberflächennahem Untergrund im Bereich zweier Hausgärten durchzuführen. Nach dem mit Landrats- wie Wasserwirtschaftamt abgestimmten Ergebnis ist davon auszugehen, dass nach der erfolgten Durchführung näherer Bodenuntersuchungen die in zwei Hausgärten vorgefundenen Belastungen sich auf die dort vorhandenen küstilichen Verfüllungen beschränken und sich auf die oberen zwei Meter des Grundstücks konzentrieren. Eine vertikale Verlagerung findet nicht statt. Eine Gefährdung des Grundwassers durch diese lokalen oberflächennahen Untergrundverunreinigungen liegt nicht vor.

3. Mit den Grundwasseruntersuchungen woie den Ergebnissen der Pumpversuche hat sich die bislang angenommene hydraulische Barriere im Untergrund bestätigt. Mit den Pumpversuchen im nördlichen Bereich ist der gesamte nördliche Abstrom abgedeckt worden. Hier findet kein Schadstoffabstrom nach Norden statt. Lediglich aus dem Bereich der ehemaligen südlichen Imprägnieranlage ist eine Schadstofffahne im Grundwasser vorhanden. Der Schadstoffabstrom von gelösten PAK findet hier hauptsächlich nach Osten statt.

4. Bereich der GWM 5.1 ist die Teerölphase vollständig entfernt worden; bislang ist kein Nachfluss festgestellt worden. Die Teerölbefunde in den GWM 8.5 und DB 2 sind derzeit noch ungeklärt, im Hinblick auf den Ausbauzustandder Messstellen kann aber eine Grundwassergefährdung derzeit ausgeschlossen werden. Im Abstrom der ehemaligen Kyananlage wurde keine Quecksilberbelastung gemessen.

5. Ausgehend von den getroffenen Feststellungen ist mittlerweile mit einem - wasserrechtlich bereits genehmigten - Feldversuch im östlichen Abstrombereich begonnen worden. Es handelt sich um einen vierwöchigen Probebetrieb, dem sich eine Auswertung und Optimierung des Feldversuches anschließt. Anschließend wird eine Grundwasserreinigungsanlage in Betrieb genommen. Sie wird Teil des künftigen Sanierungskonzeptes werden.

Das Sanierungskonzept wird im Rahmen einer Sanierungsplanung erarbeitet werden. Hierbei werden der Feldversuch ausgewertet und im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die in Betracht kommenden Sanierungsvarianten untersucht und erörtert werden. Soweit Belastungen im nördlichen Abstom (EM 30 und EM 31) festgestellt worden sind, spricht nichts für einen Zusammenhang mit dem IVECO-Gelände. auch wenn die Messstellen außerhalb des Sanierungsgebietes liegen, besteht zwischen dem Bundeseisenbahnvermögen und dem Landratsamt Einigkeit, dass im Hinblick auf die Sensibilität dieser Aspekte - ungeachtet der fehlenden rechtlichen Verpflichtungen des Bundeseisenbahnvermögens - versucht werden soll, eine Erklärung für festgestellten Belastungen zu finden.