Bürgerinitiative Wasser ist Leben e.V.

Warum die Unterschriftenaktion jetzt notwendig ist

Wir, die Bürgerinitiative "Wasser ist Leben e. V.", meinen, dass das Interesse eines Investor für das Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks positiv zu bewerten ist. Dies gilt besonders, wenn durch diesen Investor Voraussetzungen geschaffen werden, die eine Wohnbebauung ermöglichen. Für Wohnbebauung gelten nämlich die höchsten Anforderungen bezüglich der Sanierungsqualität.

Allerdings werden im Dezember erst die aktuellen Ergebnisse der Grund- und Schichtwassermessungen veröffentlicht. Dann wird sich entscheiden, welche Art von Sanierung bei den unterschiedlichen Schadensherden notwendig ist. Die Bahn wird versuchen, durch "Einbetonieren" der Schadensherde nach dem Beispiel von Tschernobyl, eine weitere Ausbreitung der Gifte zu verhindern. Die Teeröle und das Quecksilber würden dadurch nicht entfernt, sondern würden im Boden bleiben und "überbaut" werden. Das ist uns aber nicht genug. Wir fordern eine Beseitigung der Gifte. Schließlich geht es um die Gesundheit vieler Menschen und künftiger Generationen.

Nicht vergessen darf man, dass die Grundwasserverseuchung kein Problem ist, dass sich ausschließlich auf den eingezäunten Bereich "IVECO-Gelände" beschränkt. Quer durch Kirchseeon bis in den Ebersberger Forst hinein sind die Gifte des Schwellenwerkes bereits "gewandert". Und diese Wanderung setzt sich mit jedem Regen weiter in nördlicher Richtung fort, geradewegs auf die Trinkwasserbrunnen von Ebersberg und den nördlichen Landkreisgemeinden. Das Sanierungskonzept, dass die Bahn im nächsten Jahr präsentieren muss, bezieht auch diese Bereiche mit ein. Ein Investor, der die Sanierung des Schwellenwerksgeländes übernimmt, kann jedoch die Bahn von ihrer gerichtlich festgestellten und anerkannten Sanierungspflicht nicht entbinden. Sie wird weiterhin für von ihr verursachten Grundwasser- und Bodenverschmutzungen gerade stehen müssen.

Um unserer Forderung nach einer gründlichen und dauerhaften Sanierung Nachdruck zu verleihen, haben wir unsere Unterschriftenaktion im Landkreis gestartet. Unsere Listen liegen in zahlreichen Geschäften, Arztpraxen sowie öffentlichen Gebäuden im Landkreis aus. Außerdem sind wir in den nächsten Wochen in Vereinen, auf Märkten oder auch in Gemeinderatssitzungen persönlich präsent. Wenn alle Mandatsträger unterschreiben würden, wäre das schon eine große Hilfe. Wenn sie dann in ihren Heimatgemeinden noch als "Botschafter" unserer Aktion auftreten würden und unser Anliegen verbreiteten, wäre dies ein absoluter Gewinn.