Bürgerinitiative am 15.09.2005

200 Jahre Pumpreinigung – Besser als gar nix!

Festliche Reden werden erklingen, am Mittwoch bei der Inbetriebnahme der „Abstromsicherung Ost“ auf dem einstigen Kirchseeoner Bahnschwellengelände. Man wird den Pilotcharakter der Grundwasserreinigung beklatschen und die erreichte Lösung als mustergültig verkaufen. Doch bei aller berechtigter Freude über den Beginn der Pumparbeiten auf dem Gelände ist das Verfahren für Kirchseeon der billigste Kompromiß im Poker zwischen Sanierungspflichten der Bahn und den berechtigten Interessen der Gemeinde. Denn was ist die „Abstromsicherung Ost“ anderes, als eine Maßnahme zur Gefahrenabwehr? Letztlich wird bei dieser Pumpreinigung an der Grundstücksgrenze das nach Osten hin abfliessende Grundwasser hochgepumpt und nach Filterung wieder in den Untergrund entlassen. Damit erreicht man, dass kein vergiftetes Grundwasser das Grundstück verlässt. Vergleichen kann man diese Maßnahme mit einem Feuerwehreinsatz, der sich darauf beschränkt das Feuer an der Ausbreitung zu hindern, während man das in Brand geratene Objekt sich selbst überlasst.

So wichtig und begrüßenswert die Pumpreinigung ist, sie beseitigt noch kein Kilogramm des Giftcocktails aus der verseuchten Erde. Die Pumpreinigung ist für das Bundeseisenbahnvermögen kurzfristig gerechnet die billigste Variante, seiner Verpflichtung zur Schadensabwehr nachzukommen. Selbst Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes München sprechen davon, dass man am ehemaligen Kirchseeoner Schwellengelände vermutlich mehr als 200 Jahre pumpen wird, um das Ausbreiten des Grundwasserschadens auf die Umgebung zu verhindern. 200 Jahre - das könnte bedeuten, dass im Jahr 2205 die Pumpen noch immer laufen müssen, um die Gifte zurückzuhalten. Eine solche Lösung ist ein indiskutabler Wechsel auf die Zukunft und für Kirchseeon eine Belastung, denn schließlich ist das ehemalige Schwellenwerk, rechnet man die Bahnlinie mit ein, bereits zu 75 Prozent von Bebauung umschlossen?
Überdies stellt sich die Frage nach der Kontinuität bei einem solchen „Jahrhundertprojekten“. Blicken wir beispielsweise in der Geschichte 200 Jahre zurück, dann, krönt sich Napoleon am 2. Dez 1804 selbst zum Kaiser. Was funktioniert von der damaligen Zeit noch heute?

Wir von der Bürgerinitiative „Wasser ist Leben“ fragen deshalb die Verantwortlichen:

Zu guter Letzt dürfen wir insbesondere Herrn Landrat Gottlieb Fauth daran erinnern, dass wir ihm mehr als 6000 Unterschriften mit der Forderung „Beseitigt das Gift komplett“ übergeben haben.


letztes Update dieser Seite am 15.09.2005 vom Webmaster