Hallo vom 12. Oktober 2000

Hoffnung für Fiat-Gelände

Überraschende Einigung in letzter Minute

Das Verfahren zur Sanierung des vergifteten Fiat-Geländes bzw. des ehemaligen Bahnschwellenwerks in Kirchseeon schien trotz verstärkter Aktivitäten des Landratsamtes, der betroffenen Gemeinden und einer eigens gegründeten Bürgerinitiative zum Schutz des Wassers wieder einmal in eine Sackgasse geraten zu sein.

Weil die Bahn wie schon so oft in den vergangenen zehn Jahren wieder einmal auf Zeit spielte, sah sich Landrat Hans Vollhardt in der letzten Woche genötigt, vom Kreistag Mittel von 600.000 Mark für weitere Untersuchungen als Grundlage des Sanierungsplans genehmigen zu lassen. Zähneknirschend stimmten die Kreisräte zu, hier die Aufgabe der Bahn zu übernehmen, und es schien noch nicht einmal sicher, ob das Geld von Bahn oder Bund zurückerstattet würde.

Unerwartetes Einlenken

Am Montag dieser Woche kam es dann doch noch zu einer überraschenden Wende. An diesem Tag fand im Bayerischen Umweltministerium auf Anregung der Poinger Staatssekretärin Christa Stewens ein letztes Treffen zwischen Matthias Dombert, dem Rechtsanwalt von Bahn und Bundeseisenbahnvermögen, und Landrat Hans Vollhardt statt. Vollhardt versprach sich von diesem Treffen allerdings kaum mehr etwas, da die Bahn und ihre Vertreter in den letzten Wochen keinerlei Anzeichen erkennen ließen, dass sie doch noch zu einer vertraglichen Einigung bereit wären.

Umso erstaunter war der Landrat jetzt, als sich Rechtsanwalt Dombert bereit erklärte, den Vertrag mit dem Landratsamt zu unterzeichnen und dabei auch die vom Wasserwirtschaftsamt vorgegebenen Zielwerte zu akzeptieren. Der jetzt paraphierte Vertragsentwurf, der allerdings noch der offiziellen Genehmigung durch das Bundeseisenbahnvermögen bedarf, sieht vor, dass in den nächsten zehn Monaten alle noch erforderlichen Untersuchungen angestellt werden und in den drei folgenden Monaten dann ein vernünftiger Sanierungsplan vorgelegt wird.

Sollte es nicht noch einen neuerlichen Rückzieher seitens der Bahn geben, besteht jetzt tatsächlich die Hoffnung, dass schon in absehbarer Zeit mit der Sanierung des ehemaligen Bahnschwellenwerks begonnen wird und damit weitere Schadstoffeinträge ins Grundwasser vermieden werden. Dadurch entspannt sich natürlich auch die Lage für die gefährdeten Trinkwasserbrunnen einiger nördlicher Nachbargemeinden. (kk/wmh)