Hallo vom 04. Dezember 2002

Enttäuschende Nullnummer

Wie geht es weiter mit der Sanierung des IVECO-Geländes in Kirchseeon?

Viel Verärgerung bei Kirchseeoner Bürgern und Kommunalpolitiker löste die Pressekonferenz des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) zur Sanierung der Altlasten im ehemaligen Bahnschwellenwerk am vergangenen Donnerstag aus. Genau 45 Minuten hatten sich BEV-Sprecher Klaus Timpe und Rechtsanwatt Matthias Dombert Zeit genommen, um über die neuesten Entwicklungen auf dem Weg zur Sanierung zu unterrichten. Unterstützt wurden die BEV-Vertreter auf der fachlichen Seite vom Geologen Erhard Reuter von der Firma Geodata. Im Schnelldurchgang wurden anhand von ein paar Folien der derzeitige Untersuchungsstand und einige geologische Erkenntnisse erläutert. Auf genaue Zahlen insbesondere über neue Schadstoffmessungen wurde dabei großzügig verzichtet.

Das Skandalöse dabei: Nach dem wenig ergiebigen Vortrag hatte nur eine einzige Journalistin die Möglichkeit zur Nachfrage, bevor die Pressekonferenz abrupt abgebrochen wurde, da die Herren ihren Flieger erreichen mussten. Nicht nur Landrat Gottlieb Fauth und Bürgermeister Udo Ockel waren sichtlich verärgert über diese "Nullnummer", die mehr Fragen offen gelassen als beantwortet hatte. Auch die interessierten Bürger und die

Vertreter der Bürgerinitiative "Wasser ist Leben" e.V. waren fassungslos über die Ignoranz auf Seiten des BEV Sehr schnell wurden Befürchtungen geäußert, dass die angekündigte Machbarkeitsstudie vielleicht nur den Zweck habe, der Bahn und dem BEV eine "Sanierung light" zu ermöglichen. Als realistischen Termin für den Beginn der Sanierung nannten die BEV-Vertreter den Anfang des Jahres 2004. Ob es tatsächlich bei diesen Termin bleibt ist aber noch offen. Weiter ist fraglich, ob es bei dem bisherigen Konzept einer gemeinsamen Sanierung von Grundwasser und Erdboden bleibt, da es nach dem Konkurs der Adis AG bisher noch keinen konkreten neuen Investor gibt. -kk/wmh-