Ebersberger Zeitung (MM) vom 25. Oktober 2001

ADIS AG will IVECO-Gelände kaufen

Gröbenzeller Unternehmen verspricht Sanierung in zwölf bis 36 Monaten

Kirchseeon. Das Geheimnis um den bisher unbekannten IVECO-Invester ist gelüftet: aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr unsere Zeitung, dass Peter Dück, Vorstand der ADIS AG aus Gröbenzell, an dem ehemaligen Bahnschwellenwerk in Kirchseeon interessiert ist. Der Spezialist für kontaminierte Areale plant, die komplette Sanierung des mit krebserregenden Stoffen belasteten Geländes zu übernehmen. Ob sich Bahn und Investor handelseinig werden, wird auch von den Boden-Untersuchungsergebnissen abhängen, die die Bahn bis Mitte November veröffentlichen will.

Die ADIS AG bestätigte gestern ihr Interesse an dem Gelände. Heute ist Dück in der Marktgemeinde, um die Ergebnisse der Architekten mitverfolgen zu können, die im Laufe des Tages verschiedene Konzepte für das Gelände entwickeln. Möglicherweise werde sich Dück am Abend auch persönlich vorstellen, so einer seiner Mitarbeiter.

Die ADIS AG ist auf die Sanierung schadstoffbelasteter Gelände des Militärs, der Deutschen Bahn und der Telekom spezialisiert. Erworben werden Objekte in guter Lage und attraktivem Umfeld, mit denen eine hohe Rendite erzielt werden kann. Realisiert werden die Projekte, sokündigt es die Aktiengesellschaft zumindest auf ihrer Homepage im Internet an, innerhalb von zwölf bis 36 Monaten. Anschließend würden die Grundstücke unter anderem an Bauträgergesellschaften "vermarktet".

Kirchseeons Bürgermeisterin Ursula Bittner bestätigte, dass der Investor die Sanierung auf dem Iveco-Gelände komplett übernehmen wolle - allerdings zu Lasten der Bahn. Dies bedeutet, dass die Bahn die Grundwassersanierung und voraussichtlich einen Teil der Bodensanierung bezahlen muss, auch wenn sie die Arbeiten nicht selber durchführt. Der Vorteil: Die Sanierung liegt in der Hand einer einzelnen Firma. "Dies ist allerdings nur ein Vorschlag", so Bittner. Entschieden sei noch nichts. Sie würde die Beteiligung des Investors, der sich in der Gemeinde bereits vorgestellt hat, jedoch begrüßen.

Auch Landrat Hans Vollhardt hofft auf die ADIS. "Ich glaube, uns kann vom Ergebnis der Sanierung her nichts Besseres passieren als einen kompetenten Investor zu bekommen", sagte er gestern. Der Grund: Die Bahn kann laut Artikel 4 des Bodenschutzgesetzes nur im Rahmen der wirtschaftlichen Zumutbarkeit zur Sanierung verpflichtet werden. "Wenn ein Sanierer mit dem Ziel, auf dem Gelände zu bauen, die Geschichte in die Hand nimmt, wird er einen höheren Grad der Sanierung erfüllen müssen." Laut Vollhardt ist die Konstruktion Bahn/Investor deshalb ideal - solange der Investor erfüllt, was das Landratsamt der Bahn auferlegt.

Doris Jones