Ebersberger Zeitung (MM) vom 21. November 2002

Iveco: Investor insolvent

Bürgerinitiative: Erschreckende Ergebnisse

Kirchseeon - Die Adis AG mit ihrem Geschäftsführer Peter Dück, der schon fest als der Projektmanager für die Sanierung und Bebauung das Kirchseeoner Iveco-Geländes gehandelt wurde, hat Insolvenz beantragt. Dück bestätigte gestern der EZ: "Der Aufsichtsrat und die Gesellschafter haben heute die Auflösung abgesegnet. Die AG klappen wir zu." Dück will in Kirchseeon aber weiter im Geschäft bleiben. "Die Gesellschaftsform der AG ist für die Projektdurchführung in keiner Weise erforderlich. Es wird über Investoren eine eigene Gesellschaft gegründet." Er erklärte die Auflösung der Adis AG damit, dass aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage eine Reihe von Projekten eingestellt wurde. "Diese hatten aber nicht die Qualität von Kirchseeon." Ob es Dücks Nachfolgegesellschaft gelingt, das ehemalige Bahnschwellenwerk von der Firma Iveco zu erwerben, ist allerdings fragwürdig. In jüngster Vergangenheit haben sich verschiedene andere Interessenten gemeldet. Darunter ist laut Bürgermeister Udo Ockel auch eine "äußerst namhafte Firma". Konkrete Namen wollte allerdings weder er noch die Firma Iveco nennen.

Unterdessen verzögert sich die Sanierung des mit Teeröl belasteten Geländes weiter. Die Geologen haben die ihnen gesetzte Frist zur Untersuchung der Grundwasserbelastung überzogen. Am Donnerstag, 28. November, werden um 19 Uhr im Kirchseeoner Rathaus die neuesten Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Fast auf den Tag ein Jahr ist es dann her, als der damalige Landrat Hans Vollhardt den Geologen sagte, dass er bis zum 31. August endgültige Resultate erwarte.

Zur Aufstellung eines Sanierungsplans fehlten den Naturwissenschaftlern damals noch Kenntnisse über eine tief im Boden verlaufende Barriere, an der die Grundwasserströme unter dem ehemaligen Bahnschwellenwerk umgeleitet würden. Was bei den Untersuchungen herausgekommen ist, das wollen die Verantwortlichen vor der Pressekonferenz am 28. November nicht verraten. Susanne Schmidt von der Kirchseeoner Bürgerinitiative "Wasser ist Leben", sagte gestern der EZ so viel: "Die Ergebnisse sind brisant. Es ist erschreckend, wie die Werte hochgegangen sind."

Fabian Riedl