Ebersberger Zeitung (MM) vom 23. November 2002

Iveco-Gelände: Sanierung wird gebremst

Vereinbarte Qualität sei zu teuer

Kirchseeon - Die Hoffnung auf eine schnelle Sanierung des Iveco-Geländes in Kirchseeon erhält allem Anschein nach einen erneuten Dämpfer. Das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) sträubt sich nach Auskunft von Bürgermeister Udo Ockel mit dem Verweis auf unverhältnismäßig hohe Kosten, die bereits vereinbarte Qualität der Grundwassersanierung einzuhalten.

Über die neuesten Untersuchungsergebnisse auf dem mit Teeröl verseuchten Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks gibt es von Seiten des BEV, dem Rechtsnachfolger des Verursachers, keine Informationen. Rechtsanwalt Matthias Dombert wollte im Vorfeld der Pressekonferenz am kommenden Donnerstag, 28. November, um 19 Uhr im Kirchseeoner Rathaus keine Auskunft geben. Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und die Kirchseeoner Bürgerinitiative "Wasser ist Leben" verweisen ebenfalls auf das Informationsmonopol von Dombert.

Einzig Bürgermeister Ockel war bereit, der EZ die neueste Entwicklung darzulegen. Demnach sage das BEV, dass es die geforderten Werte mit verhältnismäßigen Mitteln nicht erreichen könne. Das Wasserwirtschaftsamt beharre dagegen auf die vertraglich bereits vereinbarten Sanierungswerte. Das Landratsamt wolle nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, in der ermittelt werden soll, mit wie viel Kosten welche Werte im Wasser zu erreichen sind. Diese Studie soll bis Februar fertig sein. "Daraus folgt natürlich wieder eine Verzögerung. Die Bahn versucht zu mauern. Die wollen mit dem geringsten Niveau der Sanierung rauskommen", sagt Ockel.

In welchem Zusammenhang diese Entwicklung mit den neuesten Messergebnissen steht, weiß auch der Bürgermeister nicht. Über die Interpretation dieser Werte herrscht Unklarheit. Susanne Schmidt von "Wasser ist Leben", sagte der EZ zunächst: "Die Werte sind brisant". Nach Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt wurde sie vorsichtiger: "Wir können noch nicht so laut schreien."

Fabian Riedl