Ebersberger Zeitung (MM) vom 17. Dezember 2002

Landratsamt lässt Katze aus dem Sack

Ende der Iveco-Spekulationen

VON FABIAN RIEDL Kirchseeon - Der vom Bundeseisenbahnvermögen (BEV) beauftragte Geologe Erhard Reutter hält die vertraglich vereinbarten Sanierungswerte für das Kirchseeoner Iveco-Gelände für "nur schwer einzuhalten". Das Landratsamt hat der EZ gestern Einsicht in die bisher nicht öffentlich gemachten Gesprächsprotokolle gegeben. Andeutungen von Bürgermeister Udo Ockel hatten für Spekulationen gesorgt.

Reutter hat seine Aussage nicht mit den jüngsten Messergebnissen auf dem ehemaligen Bahnschwellenwerk in Verbindung gebracht, die zum Teil sehr hohe Teeröl-Werte im Grundwasser ergeben haben. Anton Blank, der im Landratsamt mit dem Sanierungsfall in Kirchseeon betraut ist, vermutet, dass es sich um ein Resümee aus den ganzen Untersuchungen handelt: "Jetzt musste er Farbe bekennen."

Blank bestätigte auch die Andeutung von Ockel, dass das Landratsamt als Reaktion auf die Äußerung von Reutter die mittlerweile beschlossene "Machbarkeitsstudie" gewünscht hatte. In ihr soll bis Ende Februar ermittelt werden, welche Sanierungsmethoden es gibt und mit welchen Kosten sie verbunden sind. Auf diese Weise will sich das Landratsamt laut Blank davor schützen, dass das BEV sagt: "So machen wir das. Mehr geht nicht." Pikant ist, dass die Machbarkeitsstudie auch wieder von den vom BEV beauftragten Geologen erstellt wird. Blank sagt allerdings: "Wir haben keinen Grund zu zweifeln, dass die Firma objektive Arbeit abliefert."

In einem Aktenvermerk des Landratsamts heißt es: "Im Anschluss an die Machbarkeitsstudie werden die Sanierungswerte noch einmal zur Diskussion gestellt." Auch diese Aussage erregte die Sorge von Ockel. Blank betont, dass sie die Konsequenz des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit ist. Die Sanierungswerte gelten nur insoweit, als sie dem BEV finanziell zugemutet werden können. Wie hoch die zumutbare Summe ist, ist im Einzelfall Verhandlungssache.

Bedauerlich findet Blank, dass der positive Aspekt der jüngsten Entwicklung untergegangen ist: Zum ersten Mal läuft auf dem Iveco-Gelände eine Teilsanierung. Der Schadstoffaustritt Richtung Spannleitenberg wird abgepumpt.