Ebersberger Zeitung (MM) vom 12. Oktober 2005

Weg von der stinkenden Brühe

Kirchseeoner SPD "vor Ort" in der Grundwassersanierungsanlage

Kirchseeon - Das Interesse war groß: Fast 50 Personen folgten der Einladung der Kirchseeoner SPD und ließen sich von Projektleiter und Diplom-Geologe Dr. Hannes Neugebauer der DB Netz AG "vor Ort" das Prinzip der vor kurzem eröffneten Anlage zur Grundwassersanierung erklären. Das mit Teerölen kontaminierte Grundwasser wird aus insgesamt sechs, in einer Reihe liegenden Förderbrunnen, die eine Tiefe von ca. 40 Metern besitzen, in die Sanierungsanlage gepumpt. Diese sechs Förderbrunnen bilden eine Barriere, so dass kein belastetes Wasser passieren kann.

In der Sanierungshalle erfolgt der erste Schritt der Grundwassersanierung, die mechanische Filterung. Hierzu wird das geförderte Grundwasser in ein so genanntes Abscheide-Becken eingefüllt. An mehreren eingebauten Innenwänden setzen sich nach kürzester Verweildauer die ersten Feststoffe ab. Das aus dem Abscheide-Becken kommende Wasser wird zunächst in Belüftungstanks geleitet, in welche Sauerstoff und Wasserstoffperoxyd gepumpt wird. Die sich oben im Tank bildende Abluft wird abgesaugt und über Aktiv-Kohle gereinigt. Nachdem das Wasser ausreichend belüftet wurde, wird es in Bio-Tanks geleitet, die mit mehreren Lagen mikrobieller Matten gefüllt sind. Diese mikrobielle Biomasse ist in der Lage, in den Teerölen enthaltene Stoffe, vor allem Naphthalin, zu zersetzen. Die Tanks werden periodisch mit bereits gereinigtem Grundwasser rückgespült, um verbrauchte Biomasse zu entfernen. Zusammen mit gebundenen Teerölen wird sie in ein Absetz-Becken geleitet und dann fachgerecht entsorgt. Als dritte und abschließende Stufe der Grundwassersanierung erfolgt die Reinigung mittels Aktiv-Kohle. An die Aktiv-Kohle binden sich die restlichen noch verbliebenen Schadstoffe, so dass das Grundwasser anschließend gereinigt in einen Frischwassertank geleitet wird. An 50 Bohrstellen wird der Erfolg der Sanierung des Grundwassers ständig kontrolliert. Zuletzt wird das gereinigte Grundwasser aus diesem Frischwassertank über Leitungen zu zwei errichteten Versickerungsbrunnen gepumpt und dem natürlichen Grundwasser wieder zugeführt.

Ein Blick in die stinkende Brühe der Abscheide-Becken machte jedoch deutlich, dass dies nur der Anfang einer gründlichen Sanierung sein kann. Schnellstmöglich sollte jetzt als nächstes auch das in der Schublade liegende Sanierungskonzept für den mit Quecksilber belasteten Teil des Geländes umgesetzt werden, forderte die SPD.