Süddeutsche Zeitung vom 03. Dezember 2001

Gebaren von Drückebergern

Leserbrief von Peter Speckmaier, CSU-Gemeinde- und Kreisrat in Hohenlinden zum Artikel "Bohrungen gehen weiter" in der Ebersberger SZ vom 28. November 2001:

Mit Entsetzen lese ich, dass der Chefjurist der Deutschen Bahn, Herr Dombert, erklärt, "die Bahn sei nur zu einer Sanierung verpflichtet, die der derzeitigen Nutzung des Geländes angemessen ist".

Damit hat sich die Befürchtung der Bürgerinitiative "Wasser ist Leben" bestätigt, dass sich die Bahn vor der Gesamtgrundwasservergiftung drücken will. Es ist also so, dass die Bahn nicht bereit ist, für die Sanierung der gesamten Giftbeseitigung aufzukommen, sondern nur entsprechen dem wirtschaftlichen Interesse zur optimalen Nutzung des Bahngeländes einen gewissen Beitrag zu leisten bereit ist.

Ich fordere daher alle Verantwortlichen (Landrat, Wasserwirtschaftsamt und Bürgermeister) auf, dieses Drückebergergebaren der Bahn nicht hinzunehmen und alles zu unternehmen (Landes- und Bundespolitik), damit ein einwandfreies Trinkwasser wie bis jetzt aus dem Ebersberger Forst bezogen werden kann.

Noch einmal rufe ich dazu auf: Landkreisbürger, unterstütz die Bürgerinitiative "Wasser ist Leben" in Kirchseeon, die die Sache richtig erkannt hat, es geht um das Trinkwasser für etwa 35 000 Bewohner im Landreis und darüber hinaus auch in Forstern.