Süddeutsche Zeitung vom 04. Juni 2002

Unterschriften-Paket für den Landrat

Kirchseeon – Ein „schweres Päckchen“ bekommt Landrat Gottlieb Fauth am Mittwoch von der Bürgerinitiative „Wasser ist Leben“ überreicht. Übergeben werden mehrere tausend Unterschriften von Landkreisbürgern mit der Forderung nach einer gründlichen Sanierung der Umweltschäden, die durch das Kirchseeoner Bahnschwellenwerk verursacht wurden.

Im Herbst vergangenen Jahres begann die Aktion der Bürgerinitiative. In Geschäften, Vereinen, öffentlichen Sitzungen und durch Informationsstände hatten die Lobbyisten für sauberes Wasser ihr Anliegen im ganzen Landkreis verbreitet und Bürger zur Unterstützung aufgerufen. Schließlich sei nicht allein das Kirchseeoner Grundwasser in Gefahr, sondern die Trinkwasserbrunnen des ganzen nördlichen Landkreises könnten durch das Gift gefährdet werden, kann man im Faltblatt lesen, dass im Rahmen der Aktion überall verteilt wurde.

Nun ist der neue Landrat Fauth am Zuge. Als „Herr des Verfahrens“ obliegt es ihm, der Forderung der Bürger, sich nicht mit einer Minimalsanierung von der Bahn abfertigen zu lassen, Nachdruck zu verleihen. Dazu wird Fauth am Mittwochabend Gelegenheit haben. Auf einer Podiumsdiskussion der Bürgerinitiative im Berufsbildungswerk St. Zeno (Kirchseeon-Dorf) wird er mit dem Bahn-Rechtsanwalt Dr. Matthias Dombert, mit Bürgermeister Udo Ockel sowie mit Peter Dück vom Sanierungsunternehmen ADIS AG über Inhalt und Zeitplan eines Sanierungskonzeptes diskutieren und sich den Fragen der Bürger stellen.

Das es den Organisatoren von „Wasser ist Leben“ gelungen ist, am offiziellen „Tag der Umwelt“ das Podium so hochkarätig zu besetzen, ist für Ida Gaier von der Initiative das Ergebnis eines langen kontinuierlichen Arbeitsprozesse. Das „Nicht-Nachlassen“ im Bemühen, die Bürger zu informieren, werde nun belohnt, meint Ida Gaier. Doch noch immer sei der Öffentlichkeit nicht bewusst, dass die eigentliche Sanierung noch in weiter ferne läge. Zwar sähe es durch die Pumpversuche mitten im Ortszentrum so aus, als ob die Sanierung schon begonnen hätte, aber bisher gäbe es nur Voruntersuchungen für ein Sanierungskonzept, betont auch Susanne Schmidt immer wieder. Und jeder einzelne Pumpversuch koste die sanierungspflichtige Bahn weit weniger, als der Beginn der eigentlichen Sanierung.