Süddeutsche Zeitung vom 04. Dezember 2002

Keine Kompromisse

Bürgerinitiative fordert Wasser- und Bodensanierung

Von Sabina Griffith

Kirchseeon - Die landkreisweit agierende Bürgerinitiative "Wasser ist Leben" fürchtet um die umfassende Sanierung des ehemaligen Bahnschwellenwerks in Kirchseeon. Nach der jüngsten Pressekonferenz sehen die Aktiven der BI diese Grundforderung "mehr gefährdet denn je".

Noch vor einem Jahr habe der Sprecher des Eisenbahnvermögens (BEV), Klaus Timpe, versprochen, dass man der Region "ein sauberes Stück Land zurück geben" werde. Weil aber derzeit kein Partner für eine Bodensanierung in Sicht sei, beschränke man sich nun auf die Grundwassersanierung. Damit wäre das BEV zwar den vertraglichen Vereinbarungen mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt nachgekommen, heißt es in einer Presseerklärung der BI, dennoch sehe man der nun aufzustellenden Machbarkeitsstudie "mit großer Sorge entgegen". Diese könnte nach Ansicht der BI "von der Bahn dazu benutzt werden, die im Vorvertrag festgelegten Grenzwerte für die Sanierung in Teilbereichen des Geländes als unzumutbar oder unverhältnismäßig teuer zu definieren". Bei der Sicherung der Wasserqualität dürfe es aber "keine Kompromisse" geben.

Die Tatsache, dass das 20 Hektar große Gelände inmitten der Gemeinde dann womöglich für immer eine Altlastendeponie bleibe, sei "erschreckend". Weil man die Vision einer eingezäunten Brachflache, auf der Schilder mit der Aufschrift "Betreten verboten" vor den im Boden lauernden Giftstoffen warnen, nicht hinnehmen will, bekräftigt die BI in diesen Tagen noch einmal ihre Forderung nach einer umfassenden Beseitigung der Altlasten. Die größte Wahrscheinlichkeit, dieses Ziel zu erreichen, sieht die BI in der Bebauung. Dafür muss sich aber erst ein Investor finden. Das weiß auch die BI, die nicht nur BEV und Bahn diesbezüglich in der Pflicht sieht, sondern auch die Gemeinde selbst.