Süddeutsche Zeitung vom 30. Oktober 2003

Auf dem ehemaligen Kirchseeoner Bahnschwellenwerk

Meilenstein bei der Sanierung gesetzt

2004 Baubeginn von Grundwasseraufbereitungsanlage / Beunruhigende Probenergebnisse revidiert

Von Karin Kampwerth

Kirchseeon - Vor allem das nach Messungen hochgradig mit Teerölen verseuchte Grundwasser im Bereich der nördlichen Imprägnieranlage hatte noch Mitte dieses Jahres zu großer Beunruhigung bei Bürgern und Behörden geführt. Nach einer Kamerabefahrung der Rohre in der Messstelle, die durch das Wasserwirtschaftsamt in München veranlasst worden war, konnten die Experten aufatmen. Die Rohrleitung war in einer Tiefe von etwa 16 Metern geborsten.

Die Annahme, dass Verunreinigungen im Boden durch die Risse der Messstelle auf den Grundwasserpegel in einer Tiefe von etwa 40 Metern abgeflossen waren, konnte jetzt bestätigt werden. Eine erste Wasserprobe nach Austausch der defekten Messstelle am 13. Oktober brachte ein neues Ergebnis. „Das Wasser war sauber“, berichtete Blank mit Erleichterung. Jetzt könne gesichert davon ausgegangen werden, dass es zwar einen Bodenschaden, nicht aber einen Grundwasserschaden gebe, der durch Wasserströmungen zu einer weiteren Verseuchung des umliegenden Geländes hätte führen können. Laut Blank müssen allerdings noch die Ergebnisse abgewartet werden, in welchem Grad der Boden verseucht ist.

Blank informierte die Anwesenden, unter anderem auch Bürgermeister Udo Ockel (CSU) und die Marktgemeinderäte Ursula Bittner (SPD), Birgit Sedlaczek (Grüne Liste) und Martin Höher (CSU) des weiteren darüber, dass der Sanierungsplan zur Abstromsicherung-Ost im Bereich der südlichen Imprägnieranlage nun vorgelegt werden konnte. Als „Meilenstein“ bezeichnete Blank die Erfolge der bisherigen Teilsanierung, bei der das verseuchte Grundwasser abgepumpt, gereinigt und wieder eingeleitet wird.

Nun könne die große Wasseraufbereitungsanlage gebaut werden, die der Bodenschutzexperte nach einem positiven Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes und nach der Erteilung der Baugenehmigung für das kommende Jahr in Aussicht stellte. Dabei werde der gesamte Schadstoffstrom erfasst und über Aktivkohlefilter in einem Kreislaufsystem gereinigt. Ob ein Zeitraum von 20 Jahren zur Grundwassersanierung jedoch ausreiche, daran wollte Blank auch weiterhin nicht glauben.