Informations- und Diskussionsveranstaltung der Bürgerinitiative

"Sanierung wann und wie?"

Vortrag Blank
Herr Blank vom Landratsamt erklärt den vermuteten Verlauf des Grundwasserstroms

Kirchseeon - Der Zug scheint anzurollen! Das Problem ist nur noch die Geschwindigkeit. Dieser Eindruck entstand bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative "Wasser ist Leben" am Mittwochabend. Wer auf dem Podium einen "Kampf der Gladiatoren" erwartet hatte, wurde vielleicht enttäuscht. Landrat Gottlieb Fauth, Rechtsanwalt Dr. Matthias Dombert, Sanierer Peter Dück und Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel demonstrierten Geschlossenheit und Einvernehmen bezüglich der derzeitigen Maßnahmen.

Man komme voran in den Bemühungen um ein Sanierungskonzept, erklärte Dr. Dombert, Rechtsanwalt des Bundeseisenbahnvermögen (BEV), und stellte gleichzeitig deutlich klar, dass der im Februar 2001 geschlossene Vertrag mit dem Landratsamt, der an die Stelle der behördlichen Anordnung des Landrats auf Vollzug des Bundesbodenschutzgesetzes (BBodSchG) getreten ist, noch kein Sanierungsvertrag sei. Diesen gelte es erst auszuhandeln, wenn alle Voruntersuchungen abschlossen sind. Die eigentliche Sanierung habe noch nicht begonnen.

Bisher war das Bundesbodenschutzgesetz einzige Grundlage der Verhandlungen. Inzwischen hat sich die Situation durch die Einbeziehung des Sanierungsunternehmens ADIS AG und den gemeindlichen Beschluss zur Erstellung eines Bebauungsplans geändert. Die ADIS AG möchte das Grundstück erwerben, sanieren und für Wohn- und Gewerbezwecke nutzbar machen. Neben der angeordneten Grundwassersanierung zur Gefahrenabwehr ist dazu eine gründliche Sanierung der Bodenschäden Voraussetzung. Zwei "inventarisierte Bestandschäden", also Gifte bei zwei Schadenschwerpunkten, sollen nach Dücks Ansicht im Boden verbleiben.

Nun ist der Markt Kirchseeon am Zuge. Bürgermeister Udo Ockel sieht die bauliche Überplanung des Bahnschwellenwerks-Geländes als Chance für die Ortsentwicklung. Dass Ockel einen Balanceakt zwischen Wirtschaftlichkeit und Verträglichkeit der Bebauung vollführen muss, weiß er sehr wohl. Auf dem Podium zeigte er sich entschlossen, sich dieser Schwierigkeit zu stellen. Er werde sich "das Pfand des Baurechts" nicht von ADIS aus der Hand nehmen lassen, betont er.

Die Fragen der Zuschauer waren überwiegend an den Vertreter der Bahn Dr. Dombert und den Sanierungsunternehmer Peter Dück gerichtet. Ob von der Sanierung eine Gefahr für die Anwohner ausgehe, was mit dem kontaminierten Boden geschehen könnte, wie lange die Arbeiten dauern werden, wollte das Publikum wissen. Doch offen blieb die Frage: "Wann wird endlich saniert?"

- Zur Ankündigung -

Dück
Herr Dück von der ADIS AG

letztes Update dieser Seite am 10.06.2002 vom Webmaster